Franz-Xaver, welche Highlights des Jahres 2025 bleiben dem Stiftungsrat besonders in Erinnerung?
Die Highlights sind für mich die Begegnungen mit den Menschen in der BSZ Stiftung, die Zusammenarbeit und der bereichernde Austausch. Sodann hat sich der Stiftungsrat im Jahr 2025 sehr intensiv mit der Strategie im Kerngeschäft auseinandergesetzt
und diese verabschiedet.
Roland, woran erinnert sich die Geschäftsleitung gerne zurück?
Anlässlich der Strategieüberarbeitung haben wir viele wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung der BSZ Stiftung erhalten. Aber auch die anschliessende Kommunikation an die Belegschaft und die vielen positiven Rückmeldungen zur Strategie waren sehr erfreulich. Anfang Jahr konnten wir nach einem Umbau das Wohngebäude in Ingenbohl wieder dem Betrieb übergeben. Die Neugestaltung der Wohnplätze hat viele positive Feedbacks der Bewohnenden und der Angehörigen ausgelöst – was uns sehr gefreut hat. Weiter war der Tag der offenen Tür, welcher Mitte Jahr am Standort Seewen in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst Schwyz durchgeführt wurde, ein toller Anlass mit vielen interessierten Besucher*innen.
Gab es 2025 auch Herausforderungen zu meistern?
Franz-Xaver: Ja natürlich, sehr wichtig war, dass es uns als BSZ Stiftung gelungen ist, unsere betriebliche Effizienz zu verbessern und wieder positive Zahlen zu schreiben. Im Weiteren haben wir in vertraulichen Gesprächen mit dem Stiftungsrat der Stiftung St. Antonius geprüft, ob und wie eine zukünftige Weiterführung des Heim & Hospiz St. Antonius in der BSZ Stiftung umgesetzt werden könnte. Es ist uns gelungen, die vielfältigen Fragestellungen gemeinsam zu lösen und innert Jahresfrist eine gute Lösung für die Fortführung des Heim & Hospiz St. Antonius zu finden.
Roland: Operativ anspruchsvoll war die Wiederaufnahme sowie die Organisation der Entlastungszimmer in Seewen und Einsiedeln. Wir konnten an zwei Standorten erfolgreich ein stabiles Angebot aufbauen. Zudem spürten wir in Industrie und Gewerbe nach wie vor eine gewisse Unsicherheit. In der Folge hat sich die Auftragsnachfrage spürbar reduziert, und wir waren mit weniger Bestel-lungen konfrontiert. Deshalb haben wir unsere Verkaufsaktivitäten ausgebaut.
2025 wurde die Überarbeitung der Strategie abgeschlossen. Was stand bei der Erarbeitung besonders im Fokus?
Franz-Xaver: Für den Stiftungsrat war es sehr wichtig, dass wir die Strategie gemeinsam erarbeiten und breit abstützen. Zudem hatte die Geschäftsleitung die Aufgabe, diese transparent und verständlich zu kommunizieren, so dass die Menschen in der BSZ Stiftung die Inhalte verstehen und sich damit identifizieren können.
Roland: Uns als Geschäftsleitung war es wichtig, dass die Vorgehensweise der Strategieüberarbeitung strukturiert und nachvollziehbar gestaltet war. Zudem sollte der Inhalt so dokumentiert werden, dass eine gute Grundlage für die Umsetzung und die anschliessende Kommunikation gegeben ist.
Wird es nun eine BSZ 2.0 geben? Was sind die zentralen Inhalte der Strategie?
Franz-Xaver: Ob es eine BSZ 2.0 geben wird, weiss ich nicht. Wir haben uns sehr intensiv mit der UN- Behindertenrechtskonvention auseinandergesetzt und sind überzeugt, dass Themen wie zum Beispiel Selbstbestimmung oder bedürfnisorientierte Unterstützung für Menschen mit einer Beeinträchtigung zukünftig sehr zentral sein werden. Das bedeutet, dass wir Raum schaffen für die Entfaltung der Fähigkeiten unserer Klient*innen und der klassische Heimcharakter an Bedeutung verliert. Das wird eine sehr spannende und für uns alle bereichernde Reise.
Roland: Wir haben die BSZ Stiftung nicht neu erfunden, wohl aber mit unserer Strategie zeitgemässe Schwerpunkte zur BSZ Entwicklung definiert. Sie bietet uns eine klare Orientierung. «Wir ermöglichen Teilhabe» steht im Zentrum unserer Leistungserbringung. Im Wohnbereich bedeutet dies zum Beispiel vielfältige Wohnformen und im Arbeitsbereich neue Arbeitsformen, welche vermehrt Brücken in den ersten Arbeitsmarkt schaffen.
Wie geht die BSZ Stiftung die Umsetzung der Strategie an?
Roland: Die Verantwortung für die konkrete Umsetzung der Strategie 2025–2027 liegt bei der Geschäftsleitung. Der Stiftungsrat begleitet und überwacht deren Fortschritt. Die Strategieumsetzung ist dynamisch und kann bei Bedarf Anpassungen zur Folge haben. Deshalb wird sie jährlich im Rahmen eines Reviews überprüft. Zur Steuerung der komplexen Umsetzungsprojekte haben wir im Jahr 2025 das Projektmanagement neu aufgebaut. Dadurch stellen wir sicher, dass die Strategie durch klar definierte Aufträge umgesetzt wird.
Was steht 2026 konkret an?
Franz-Xaver: 2026 geht es darum, den Aufbau eines Kompetenzzenters für Menschen mit intensivem Betreuungsbedarf und herausforderndem Verhalten am Standort Nuolen weiter zu planen und voranzutreiben. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Betriebsintegration des Heim & Hospiz St. Antonius in Hurden sein. Das heisst, Prozesse und Organisation werden überprüft und mit der BSZ Stiftung abgeglichen.
Roland: Die Umsetzung der Strategie beziehungsweise der strategischen Handlungsfelder steht 2026 klar im Zentrum. Zudem werden wir die Digitalisierung gezielt weiterentwickeln. Hier geht es vor allem um den einheitlichen Umgang mit digitalen Hilfsmitteln und den Ausbau der Kompetenzen der Belegschaft. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Weiterentwicklung des Teilhabeprozesses. Damit werden wir unsere Begleitarbeit verbessern, die Dienstleistungsqualität stärken und die strategischen Vorgaben erfüllen.
Franz-Xaver, auf was freust du dich in deinem dritten Jahr als Stiftungsratspräsident
besonders?
Auf den Kontakt mit den Menschen aus allen Bereichen der BSZ Stiftung. Im intensiven Jahr 2025 ist dieser doch etwas zu kurz gekommen. Deshalb möchte der Stiftungsrat die verschiedenen Standorte besuchen und den Austausch innerhalb der BSZ Stiftung verstärkt pflegen. Ich möchte zudem die Gelegenheit nutzen, mich im Namen des Stiftungsrates bei den Mitarbeitenden, Bewohner*innen und Angestellten herzlich für Ihren Einsatz zu bedanken. Sie machen die BSZ Stiftung zu dem, was sie ist: ein lebendiges Unternehmen, welches sich für Menschen mit Unterstützungsbedarf und deren Teilhabemöglichkeiten engagiert.
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