«Eins, zwei, drei, vier…» Sorgfältig zählt Jasmin die Pralinés ab und legt sie in die vorbereitete Schachtel. Andere arbeiten mit einer Zählvorlage, damit am Ende genau die richtige Anzahl in jeder Schachtel landet. «Manchmal ist ein Praliné etwas zu klein. Dann sortiere ich es aus», erzählt sie.
Doch damit ist die Qualitätskontrolle noch nicht abgeschlossen. An der nächsten Station wird jede Schachtel gewogen. Erst wenn das Gewicht stimmt, erhält sie ein Siegel und wird für den nächsten Arbeitsschritt freigegeben. Anschliessend gelangen die Schachteln zur Codiermaschine. Dort werden sie mit dem aktuellen Datum und der Uhrzeit versehen. Zum Schluss werden jeweils acht Praliné-Schachteln in einen Versandkarton verpackt und für die Auslieferung bereitgestellt.
«Dieser Auftrag ist für uns sehr wertvoll», sagt Roger Dettling, Abteilungsleiter Fertigung und Werken. «Dank der verschiedenen Arbeitsschritte und passenden agogischen Hilfsmittel können sich Menschen mit Unterstützungsbedarf entsprechend ihren Fähigkeiten einbringen.» Je nach Station sind unterschiedliche Fähigkeiten gefragt. Während einige Arbeitsschritte vor allem Sorgfalt und Konzentration erfordern, braucht es bei der Gewichtskontrolle auch Zahlenverständnis. Ist eine Schachtel zu leicht oder zu schwer, muss die Abweichung erkannt und ausgeglichen werden.
Dass der Auftrag von Kägi stammt, freut alle besonders. «Es macht uns stolz, für ein so bekanntes Schweizer Unternehmen arbeiten zu dürfen.» Viele Mitarbeitende entdecken die Pralinés später beim Einkaufen in den Regalen von Migros oder Coop und können sagen: «Diese Schachteln haben wir abgepackt.» Das sorgt für Freude und zeigt, dass ihre Arbeit sichtbar ist und geschätzt wird.
Die Zusammenarbeit
Bei der letzten Sitzung erhielt der Bewohnerrat Besuch von zwei insieme-Vereinsmitgliedern. Sie stellten das Kursangebot von insieme vor und gaben dem Bewohnerrat den Auftrag, Ideen für weitere Kurse zusammenzutragen. Schnell wird klar, dass nicht alle an ihre «Hausaufgaben» gedacht haben. Wohngemeinschaftsleiterin Larissa Merk fragt nach, was denn helfen würde, damit solche Aufgaben nicht mehr vergessen gehen. Die Mitglieder des Bewohnerrats einigen sich auf ein Kärtchen mit einem «Männli» drauf. Myriam bietet sich an, diese auf das nächste Mal mitzubringen.
Was mir klar wurde
Es war sehr eindrücklich zu sehen, wie wenig sich die beiden Wohngemeinschaftsleiterinnen in die Erarbeitung von Lösungen und Ideen eingemischt haben. Und wie die Mitglieder des Bewohnerrats sich gegenseitig auf Ideen brachten und zusammenarbeiteten. Teilhabe muss gelernt sein – von Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf.
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