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Teilhabe ermöglichen

Ein Tag im Leben von Caroline Müller

Die Fachstelle UK hat das Ziel, Menschen mit sprachlichen oder kognitiven Barrieren zu unterstützen, sich auszudrücken und mit anderen auszutauschen. Denn Sprache, ob verbal oder nonverbal, beispielsweise durch Gestik, Mimik oder unterstützende Kommunikationsformen, ist eine grundlegende Voraussetzung für Teilhabe und Selbstbestimmung. Zudem kommunizieren wir in allen Lebensphasen. Kann sich ein Mensch nicht mitteilen oder wird nicht verstanden, zeigt sich dies oftmals in Frustration, Rückzug, Unsicherheit oder herausforderndem Verhalten. Hier ist die Zusammenarbeit mit den anderen Fachstellen Meldung und Prävention oder sexuelle Gesundheit sehr zentral. Denn sie haben die passenden Unterlagen, um Klient*innen bei ungewohnten Verhaltensweisen abzuholen.

In unserer täglichen Arbeit begegnen wir den Sprachbarrieren sehr häufig. Ein heute breit bekanntes Hilfsmittel sind die sogenannten Piktogramme. Die Bilder und Symbole helfen vor allem jenen Menschen, die sich verbal nicht ausdrücken können. Dies kann aufgrund von physischen oder kognitiven Beeinträchtigungen sein. Der Bedarf zeigt sich auch in der BSZ Stiftung. Die interne Produktionsgruppe hatte in einem Jahr 230 Anfragen für das Bereitstellen von Symbolen. Die Symbole machen unsere Arbeit sehr sichtbar, jedoch gibt es trotzdem eine Vielzahl an Klient*innen,
bei denen andere Kommunikationsmethoden eingesetzt werden müssen.

Bei diesen Klient*innen gilt es individuell herauszufinden, auf welche Art sie sich mitteilen können. Das erste Ziel ist, ein «Ja» und ein «Nein» zu haben. Hier geht es darum, die Mimik und Gestik als Kommunikationsmittel zu nutzen. Ein Ja ist dann z.B. in eine Richtung schauen, eine Bewegung mit einem Finger oder ein Lächeln. Diese Reaktionen erfassen wir dann in einem Kommunikationsablauf. Dieses Dokument ist für die Klient*innen und die Fachpersonen ein wichtiges Hilfsmittel. Denn es legt fest, wie sie miteinander in den Austausch kommen können.

Ein anderer Teil unserer Arbeit ist, die Teams zu befähigen und Inputs zu geben. Hier können wir Hilfestellungen und Tipps geben, welche Form und Art von Kommunikation wichtig ist. Das Thema Autismus ist zum Beispiel sehr eng mit der UK verknüpft. Wir weisen darauf hin, wie wir unsere Kommunikation anpassen können wenn wir mit Menschen mit Autismus zusammen sind. Der mögliche Einsatz von Hilfsmitteln wie Uhren oder Ablaufplänen gehört ebenfalls zur Beratung. 

Der Bereich der digitalen Hilfsmittel hat sich in den letzten Jahren besonders stark weiterentwickelt. Zum einen im technischen Bereich, zum anderen arbeiten gerade die Heilpädagogischen Schulen intensiv mit Tablets und Sprachcomputern. Wenn die Schüler*innen dann zur BSZ Stiftung kommen, haben sie ein grosses Wissen im Umgang damit, was wiederum unser Fachpersonal fordert. 

Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass auch bei uns die Nutzung der digitalen Technologien gefördert wird, da diese wichtige Teilhabemöglichkeiten bieten. Mit Fotos, Videos und Sprachaufnahmen können zum Beispiel Ausflüge in Erinnerung gehalten werden. Die Vorlesefunktion und heutige Apps ermöglichen mehr Selbständigkeit. 

Im technischen Bereich legt die Fachstelle den Fokus hauptsächlich auf die Sprachcomputer. Diese bieten eine Alternative zur Lautsprache. Unsere Arbeit beginnt bereits bei der Vorabklärung mit der IV-Stelle und den externen Partnern für die Anschaffung der Geräte. Anschliessend begleiten wir den Prozess. Wir sind nur unterstützend da. Die wichtigsten Akteure sind die Nutzer*innen, wie auch ihr Umfeld. Heute begleiten wir 28 Klient*innen mit einem Sprachcomputer. Unsere Erfahrung zeigt, dass es enorm wichtig ist, regelmässig vorbeizuschauen und sich mit den Bewohner*innen und Fachpersonen auszutauschen, wie die Arbeit mit dem Sprachcomputer funktioniert und weiterentwickelt werden kann. 

Mit der Fachstelle Unterstützte Kommunikation schaffen wir mit ganz unterschiedlichen Hilfsmitteln und in verschiedenen Situationen Wege, um Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle auszudrücken, und
ermöglichen so Teilhabe am sozialen Leben.

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